Veranstaltungssektor: Quo vadis?

27 Mai 2025  —  Focus  —  von Monica Besomi
Was sind die Branchentrends für Events 2025? Hier finden Sie unsere Interpretation der wichtigsten Branchentrends, die auf transformative Veranstaltungen hindeuten, bei denen die menschlichen Beziehungen wieder im Mittelpunkt stehen.

Makro-Trends 2025

Die Veranstaltungsbranche bewegt sich in einem sehr dynamischen Bereich, der von globalen politischen und wirtschaftlichen Instabilitäten sowie der zunehmenden Nutzung (und Abhängigkeit) von Technologie beeinflusst wird.

In diesem Rahmen sind Unternehmensveranstaltungen nicht mehr nur Momente des Networking oder der Werbung, sondern werden zu wesentlichen Instrumenten der Transformation und Inspiration. Ihr Erfolg und ihre Wirkung werden an ihrer Fähigkeit gemessen, Gemeinschaft zu schaffen, Sinn zu vermitteln und Glück zu erzeugen.

Hier sind die Highlights aus zwei grossen internationalen Berichten: The Power of Experiences (von der IMEX Group) und IBTM Trends Report 2025 (von Alistair Turner).

1. Transformative und personalisierte Erlebnisse

In beiden Berichten wird die Notwendigkeit hervorgehoben, Erlebnisse zu schaffen, die nicht nur unvergesslich sind, sondern auch einen Wandel bewirken und zu persönlichem Wachstum, Verbundenheit und einem Gefühl der Zugehörigkeit führen können. Der Ansatz verlagert sich von „entertainment“ zu „purpose-driven experiences“. Der Einsatz von Technologien wie KI, Augmented Reality und Gamification unterstützt die Personalisierung, erfordert aber Ethik und Transparenz (IBTM).

Die IMEX weist darauf hin, dass sich die Kennzahl ROR - Return on Relationships - ausbreitet, die die geschaffenen Beziehungen und nicht nur die Zahlen bewertet.

2. Technologie: Werkzeug oder Hindernis?

Der IBTM-Trends-Report analysiert die Licht- und Schattenseiten der KI bei Veranstaltungen: von erweiterter Zugänglichkeit über Sprachübersetzungen in Echtzeit bis hin zum Einsatz von Avataren und Stimmungsanalysen. Er warnt jedoch vor der Gefahr einer „KI-Entfremdung“ und hebt einen neuen Trend zu Taktik und sensorischer Unvollkommenheit hervor, auch durch die Wiederbelebung analoger Objekte und nostalgischer Designs. Die IMEX unterstreicht auch die wachsende Nachfrage nach „telefonfreien“ Veranstaltungen oder Veranstaltungen, die eine authentische Präsenz fördern sollen.

3. Die Zentralität des Menschen

Das Konzept des Events als Raum der psychologischen Sicherheit wird von beiden Berichten geteilt. Verletzliche Momente und authentische Dialoge (z. B. 'tough talks') werden hervorgehoben und die Rolle des Veranstalters wird neu definiert: vom Logistikmanager zum Kurator eines von Inklusion geprägten Beziehungswohls.

Es ist auch wichtig, die Besonderheiten jeder Generation zu berücksichtigen, die mit unterschiedlichen Mitteln und Zielen in Beziehung tritt.

4. Nachhaltigkeit: immer präsent?

Die Nachhaltigkeit entwickelt sich zu einem ESG-Schlüssel (Environmental, Social, Governance), bei dem die sozialen Auswirkungen und das ethische Management mehr Bedeutung erlangen als die ökologische Nachhaltigkeit. Auf jeden Fall gibt es immer mehr Initiativen, die es ermöglichen, dass Veranstaltungen regenerativ, lokal und zirkulär werden.

Wir hoffen, dass diese Einblicke nützlich sind, um sich in der Veranstaltungsbranche zurechtzufinden, in der immer mehr bewusste, verantwortungsvolle und humane Veranstaltungen entstehen.

©Luini6

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©DOCKS Lugano

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